Vom «Tuchhandel» zu den «Bodenbelägen»

Schuster Gründungsjahr: 1795

Handel auf dem Klosterhof in St. Gallen

In St. Gallen nämlich taucht bereits 1795 auf einem der Verkaufsstände, die an den Wochenmarkttagen auf dem Klosterhof aufgeschlagen wurden, der Name «Benedict Schuster, Handel in Tuch und Frauenkleidern» auf. Tag und Nacht sollen der ehemalige Steinhauer und seine Frau Barbara gearbeitet haben, wie der Familienchronik zu entnehmen ist. Der harten Arbeit erster Lohn war schliesslich ein fester Geschäftssitz im Haus «Zum Kamel», an der oberen Marktgasse, welchen der Händler 1829 seinem Sohn Joseph Anton übergab. Dieser konnte an die Erfolge des Vaters jedoch nicht anknüpfen. Nachdem er sich mit dem Zukauf weiterer Immobilien übernommen hatte und die Wirren der Restaurationszeit und damit verbundene Preissenkungen das Unternehmen arg gebeutelt hatten, musste sein Sohn Albert, welcher bereits als 19jähriger an die Spitze der Firma beordert worden war, noch einmal beinahe von vorne beginnen. In einem kleinen Laden im «Steinern Haus» handelte er mit der verbliebenen Ware. Mit viel Fleiss und Bescheidenheit gelang es ihm, das Unternehmen wieder aufblühen zu lassen, und mit der finanziellen Unterstützung eines Familienfreundes gründete er schliesslich die Firma «Albert Schuster & Co.».

An bester und zentraler Lage in Zürich, an der Bahnhofstrasse beim Paradeplatz, war seit dem Jahre 1901 die Firma Schuster Wohnkultur domiziliert. Die Inhaber der damaligen «Firma Schuster & Co.», Oscar und Victor Schuster, hatten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und das zum Verkauf stehende Teppichhaus «Rahn & Co.» erstanden. Das neue Geschäft in Zürich sollte die erste Filiale des in St. Gallen beheimateten Familienunternehmens sein.

Orientteppiche und Linoleum

Den Bedürfnissen der Zeit entsprechend trat das Tuch als Handelsware nun langsam in den Hintergrund und wurde durch Teppiche und Möbelstoffe ersetzt. Diese wurden zumeist aus dem Ausland importiert - zum Detailhandel gesellte sich das Reisegeschäft. Von einer solchen Reise brachte Albert Schuster auch den ersten «Perserteppich» nach St. Gallen, ein Novum, das bei der Kundschaft nicht auf Anhieb Gefallen fand, aber bald und für lange Zeit zur Spezialität des Hauses werden sollte. Mit der Erfindung des Linoleums 1860 tat sich für Schuster ein weiterer Handelszweig auf. Geschäftsfördernd wirkte sich auch die Blütezeit der Schweizerischen Hotellerie aus. Bald gesellten sicn zu den Ausstattungsaufträgen aus dem Inland auch soche von der italienische Riviera. Zwischen 1886 und 1890 traten auch Schusters Söhne Albert junior, Oscar und später Victor in den väterlichen Betrieb ein. Die Geschäfte gingen gut, und es wurden weitere und grössere Liegenschaften erstanden. Als sich Victor einer schweren Erkrankung wegen aus dem Betrieb zurückziehen musste, wurde Otto Diethelm, ein Jugendfreund Oscars zuerst als Mitarbeiter, 1904 bereits als vollberechtigter Teilhaber in die Firma aufgenommen. Zu der Filiale in Zürich gesellten sich solche in Basel und Winterthur. Die Zügel der Betriebe aber blieben fest in den Händen der Familien Schuster und Diethelm. Oscar Schusters Sohn Werner führte das Geschäft an der Bahnhofstrasse, während Otto Diethelms Sohn Hans bis zu seinem Unfalltod 1946 in St. Gallen wirkte.

Bodenbeläge aller Art

Seit 1978 ist dessen Neffe Christoph Diethelm alleiniger Firmeninhaber, da sich Werner Schuster aus dem Betrieb zurückzog.
Weil die klassischen, orientalischen Teppiche etwas aus der Mode gekommen sind, hat man sich nach dem Jahre 2000 vermehrt und erfolgreich den «Bodenbelägen aller Art» zugewendet. Im weiteren ist das Famlienunternehmen im Besitze mehrerer Immobilien.

   Präsident des Verwaltungsrates   
   Christoph Diethelm
   Delegierter des Verwaltungsrates
   Ruedi Schrepfer